Wie wirken sich Veränderungen im Working Capital auf den Cashflow aus

Wie wirken sich Veränderungen im Working Capital auf den Cashflow aus?

Das Working Capital und der Cashflow sind zwei der grundlegendsten Konzepte der Finanzanalyse. Das Working Capital ist mit der Bilanz des Jahresabschlusses eines Unternehmens verbunden, während sich der Cashflow mit der Cashflow-Rechnung des Jahresabschlusses eines Unternehmens herleitet.

Da sich die verschiedenen Bereiche eines Jahresabschlusses gegenseitig beeinflussen, wirken sich Änderungen des Working Capitals auf den Cashflow eines Unternehmens aus. Um den Zusammenhang herauszufinden, ist es wichtig, die Komponenten selbst zu verstehen.

Das Working Capital 

Das Working Capital stellt die Differenz zwischen dem Umlaufvermögen und den kurzfristigen Verbindlichkeiten eines Unternehmens dar. Das Working Capital, auch Net-Working Capital genannt, ist der Betrag, über den ein Unternehmen verfügt, um seine kurzfristigen Verbindlichkeiten zu bezahlen.

Positives Working Capital liegt dann vor, wenn ein Unternehmen mehr Umlaufvermögen als kurzfristige Verbindlichkeiten hat, was bedeutet, dass das Unternehmen seine kurzfristigen Verbindlichkeiten bei Fälligkeit in den nächsten 12 Monaten vollständig abdecken kann. Ein positives Working Capital ist ein Zeichen der finanziellen Stärke. Wenn das Unternehmen jedoch über einen längeren Zeitraum über ein übermäßiges Working Capital verfügt, kann dies darauf hindeuten, dass das Unternehmen sein Vermögen nicht effektiv verwaltet.

Negatives Working Capital ist, wenn die kurzfristigen Verbindlichkeiten das Umlaufvermögen übersteigen und das Working Capitals negativ ist. Das Working Capital könnte vorübergehend negativ sein, wenn das Unternehmen infolge eines umfangreichen Kaufs von Produkten und Dienstleistungen von seinen Lieferanten hohe Verbindlichkeiten hatte.

Wenn das Working Capital jedoch über einen längeren Zeitraum negativ ist, kann dies für bestimmte Arten von Unternehmen ein Grund zur Besorgnis sein. Was darauf hindeutet, dass sie Schwierigkeiten haben, über die Runden zu kommen und zur Finanzierung ihres Working Capitals auf Kreditaufnahme (Fremdkapital) oder Eigenkapital angewiesen sind.

Der Cashflow

Der Cashflow ist der Nettobetrag von Bargeld und Bargeldäquivalenten, der in ein Unternehmen hinein und aus einem Unternehmen heraus transferiert wird. 

Ein positiver Cashflow zeigt an, dass die liquiden Mittel eines Unternehmens steigen und es in die Lage ist, Verbindlichkeiten zu tilgen, in das Unternehmen zu reinvestieren, Ausschüttungen an die Gesellschafter zu leisten, Rechnungen zu bezahlen und einen Puffer für zukünftige finanzielle Herausforderungen zu bilden.

Ein negativer Cashflow kann auftreten, wenn die operativen Aktivitäten des Unternehmens nicht genügend Bargeld generieren, um liquide zu bleiben. Dies kann passieren, wenn Gewinne in Forderungen und Lagerbeständen gebunden sind, oder wenn ein Unternehmen zu viel für Kapitalausgaben ausgibt.

Das Verständnis der Cashflow-Rechnung, die den operativen Cashflow, den Cashflow aus Investitionen und den Cashflow aus Finanzierung ausweist, ist für die Beurteilung der Liquidität, der Flexibilität und der finanziellen Gesamtleistung eines Unternehmens unerlässlich.

Wie sich das Working Capital auf den Cashflow auswirkt

Änderungen im Working Capital werden in der Cashlow-Rechnung eines Unternehmens ausgewiesen. Hier sind einige Beispiele dafür, wie Cashflow und Working Capital beeinflusst werden können.

  • Wenn eine Transaktion das Umlaufvermögen und die kurzfristigen Verbindlichkeiten um den gleichen Betrag erhöht, gibt es keine Veränderung des Working Capitals. Wenn ein Unternehmen z.B. Bargeld aus kurzfristigen Verbindlichkeiten erhält, die innerhalb von 60 Tagen zu bezahlen sind, gäbe es einen Anstieg in der Cashflow-Rechnung. Es ergäbe sich jedoch keine Erhöhung des Working Capitals. Die Zahlung aus dem Darlehen fliesst in eine Position des Umlaufvermögens oder Kasse und die zahlende Gegenposition ist eine kurzfristige Verbindlichkeit, da es sich um ein kurzfristiges Darlehen handelt. 
  • Wenn ein Unternehmen eine Position im Anlagevermögen wie z.B. ein Gebäude kauft, würde sich der Cashflow des Unternehmens verringern. Das Working Capital des Unternehmens würde ebenfalls abnehmen, da der Bargeldanteil des Umlaufvermögens reduziert würde, aber die kurzfristigen Verbindlichkeiten würden unverändert bleiben, da es sich um ein langfristiges Darlehen handeln würde. 
  • Umgekehrt würde der Verkauf eines Anlagevermögens den Cashflow und das Working Capital steigern.
  • Würde ein Unternehmen Inventar mit Bargeld kaufen, gäbe es keine Veränderung des Working Capitals, da sowohl Inventar als auch Bargeld Umlaufvermögen sind. Der Cashflow würde jedoch durch den Kauf von Inventar verringert werden. 

Das Fazit

Das Working Capital eines Unternehmens ist ein Kernbestandteil der Finanzierung des operativen Betriebs. Es ist jedoch wichtig, sowohl das Working Capital als auch den Cashflow eines Unternehmens zu analysieren, um festzustellen, ob es sich bei der finanziellen Aktivität um ein kurzfristiges oder langfristiges Ereignis handelt.

Eine Steigerung des Cashflows und des Working Capitals ist möglicherweise nicht gut, wenn das Unternehmen langfristige Schulden aufnimmt, diese jedoch nicht so eingesetzt werden das sie genug Cashflow erzeugen, um die Tilgung zu bedienen. Umgekehrt könnte ein starker Rückgang des Cashflows und des Working Capitals nicht so schlimm sein, wenn das Unternehmen den Erlös für Investitionen in langfristiges Anlagevermögen verwendet, das in den kommenden Jahren Gewinne abwirft.