Erfolg für Familienunternehmen

Wie Vertrauen und Offenheit Familienunternehmen zum Erfolg verhelfen

Ein gut geführtes Familienunternehmen kann eine dauerhafte Quelle von Unterstützung, Wohlstand und Zufriedenheit sein.

Doch allzu oft untergraben Konflikte nicht nur das Unternehmen, sondern auch den Zusammenhalt der Familie. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Familienunternehmen im Gleichgewicht halten und in die richtige Richtung lenken können.

Sandra Meier und ihre Familie befanden sich in einer schwierigen Lage. Ihr wachsendes Möbel- und Einrichtungsgeschäft hatte an seinem Standort in der Innenstadt keinen Platz mehr. Sie brauchten mehr Platz um ihre hochwertigen Sofas, Tische und Accessoires, wie Vorhänge, Gardinen und Jalousien, zu präsentieren.

Das bisherige Familiengeschäft hatte keine Fenster und befand sich an einem Ort mit wenig  Laufkundschaft. Sandra Meier war wegen des bevorstehenden Umzugs und der dadurch entstehenden Kosten sehr nervös, vor allem angesichts der Krise in jüngster Zeit. .

Sandras Ehemann und langjähriger Geschäftspartner Robert Meier plädierte für den Umzug, ebenso wie Tochter Yvonne. Yvonne war in dem Geschäft aufgewachsen und half ihren Eltern schon als Teenager aus.  Nach ihrem Master-Abschluss in Innenarchitektur stieg sie als Vollzeitkraft in das Unternehmen ein.

Offene Diskussionen

Das Trio war es gewohnt, ehrliche und offene Familiendiskussionen über das Geschäft zu führen. Die gemeinsamen Erkenntnisse die man aus diesen Diskussionen mitnahm bestärkten Sandra Meier das Risiko für den Umzug einzugehen.

Als der perfekte Raum in einem denkmalgeschützten Gebäude gefunden wurde, sicherte sich die Familie den neuen Standort. Innerhalb von zwei Jahren verdoppelte sich der Umsatz des Familienunternehmens..

Der Geschäftserfolg zeigt einige Merkmale eines gut geführten Familienunternehmens: Vertrauen, Einbeziehung der jüngeren Generationen und die Leidenschaft das Familienerbe weiterzuführen.

Familienunternehmen sind das Rückgrat der mittelständischen Wirtschaft. Laut der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist der Mittelstand der Jobmotor und Ausbilder der deutschen Wirtschaft. So Beschäftigten die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland mehr als 32 Mio. erwerbstätige Personen. Damit liegt der Anteil, den KMU an allen Erwerbstätigen auf sich vereinen, bei fast 75 Prozent.

Viele überleben nicht

Doch nur 30 % der Familienunternehmen überleben die zweite Generation, und nur 12 % schaffen es bis zur dritten Generation. Zu den Ursachen gehören oft ein Mangel an Kommunikation und Konflikte zwischen den Generationen über die Entscheidungsfindung und die täglichen Managementbefugnisse.

Oft kontrollieren Eltern die Dinge und wollen die Informationen nicht mit den jüngeren Generationen teilen. Denen fehlt dann das Wissen, das  sie brauchen um zu verstehen wie es dem Unternehmen finanziell geht und wie zukünftig zu handeln ist.

Regelmäßig werden Unternehmensberater hinzugezogen, um Familienunternehmen zu helfen, die aufgrund von Unstimmigkeiten in Schwierigkeiten geraten sind. Zu diesem Zeitpunkt kann das Unternehmen bereits in finanziellen Schwierigkeiten sein.

Familienunternehmen müssen die jüngere Generation voll mit einbeziehen, einschließlich des Verständnisses der finanziellen Informationen und der Situation des Unternehmens.

Die jüngere Generation verfügt oft über das technologische Wissen und ist häufig aufgeschlossener gegenüber neuen Geräten und Prozessabläufen.

Der Austausch von Informationen ist wichtig, um Vertrauen aufzubauen und den Familienmitgliedern beizubringen, wie das Unternehmen zu führen ist.

Es ist auch wichtig, dass die jüngere Generation in das Unternehmen eintaucht um dessen Besonderheiten kennenzulernen und sich das Vertrauen und den Respekt der Eltern und wichtigen Mitarbeiter zu verdienen. Sie sollten vor allem versuchen, die langen Arbeitszeiten und das Engagement der vorherigen Generationen zu verstehen, die zum Erfolg des Unternehmens geführt haben.

Um die Bereitschaft der jüngeren Generation zu testen, sollten sich die Eltern eine Auszeit nehmen und ihre Kinder den Betrieb ein paar Wochen lang selbst führen lassen. Das ist eine gute Erfahrung für alle, die das Geschäft aber nicht gefährdet.

Dankbar für Input

Im Praxisbeispiel verkörpern die Meiers viele dieser wesentlichen Lektionen. Mutter Sandra ist dankbar für den Input ihrer Tochter Yvonne. Die beiden tauschen sich intensiv über strategische Themen aus, gehen gemeinsam auf Einkaufstour für das Geschäft und Tochter Yvonne brachte mit dem Angebot von Inneneinrichtungsdienstleistungen einen neuen Geschäftszweig in den Betrieb.

Eltern und Tochter arbeiteten eng zusammen um einen strategischen Plan zu erstellen und ihre Website zu überarbeiten. (Bei beiden Projekten ließen sie sich von den Experten der CJH Management beraten und erhielten auch die nötige Finanzierung für ihren Umzug).

Die Meiers sind froh jemanden zu haben, an den sie das Geschäft eines Tages weitergeben können, auch wenn es noch nicht so weit ist.

Die Anwesenheit ihrer Tochter hat sich für Sandra und ihren Mann auch in anderer Hinsicht ausgezahlt. Sie machen endlich einen längeren Urlaub zu zweit. Die längste Auszeit seit dem sie das Unternehmen vor mehr als 30 Jahren gegründet haben.

Tipps für Familienunternehmen

Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Familienunternehmen sind Vertrauen, Offenheit und die Einbeziehung der jüngeren Generationen. Definieren Sie klare Rollen für jedes Familienmitglied um Konflikte zu vermeiden. Hier sind einige Tipps aufgeführt:

  1. Beziehen Sie die gesamte Familie in die strategische Planung ein. So entstehen ein Konsens für die Vision des Unternehmens und ein Fahrplan für die Zukunft.
  2. Definieren Sie klare Rollen für jedes Familienmitglied. Das gibt jedem seinen eigenen Raum und lässt sie in dem Bereich des Unternehmens arbeiten, der ihren Talenten und Interessen am besten entspricht. Außerdem können die Familienmitglieder so vermeiden sich gegenseitig auf die Füße zu treten, was dazu beitragen kann, interne Rivalitäten in Schach zu halten.
  3. Geben Sie der jüngeren Generation einen Ort, an dem sie ihre Ideen einbringen kann und an dem sie an Entscheidungen beteiligt wird.
  4. Ermutigen Sie Ihre Kinder erst ein paar Jahre woanders zu arbeiten, bevor sie in das Familienunternehmen einsteigen. Die Erfahrung wird ihnen wichtige Fähigkeiten vermitteln, ihnen eine neue Perspektive geben und ihnen den nötigen Respekt der Mitarbeiter einbringen.