Family Office und Private Equity

Wie Private Equity Fonds und Single Family Offices zusammenarbeiten

Viele große Single Family Offices sind selbst erfolgreiche Private Equity-Investoren (PE-Investoren). Unser Research-Team identifiziert regelmäßig die wichtigsten Single Family Offices (SFOs), die in Unternehmen investieren um unsere Datenbank zu erweitern. Neben den eigenen Investitionen spielt auch die Zusammenarbeit zwischen Single Family Offices und Private Equity-Fonds eine wichtige Rolle. Im Folgenden möchten wir Ihnen die Verbindungen zwischen den beiden Investmentgruppen aufzeigen.

1) Co-Investments: Wachstumsinvestitionen und Buy-Outs noch erfolgreicher machen

Co-Investments zwischen Private Equity-Fonds und Family Offices sind eine oft genutzte Methode um Deals abzuschließen, die sonst nicht möglich wären. Es gibt zahlreiche gute Gründe für Private Equity-Fonds sich mit (Single) Family Offices zusammenzutun und umgekehrt. Zunächst einmal bringen einzelne Family Offices ihr Vermögen ein um die Ressourcen des Fonds zu erhöhen. So sind Deals möglich, die den Sweet Spot von Private Equity-Investoren überschreiten. Umgekehrt können Single Family Offices das Vermögen von Drittfonds nutzen um ihre Investitionsmittel ebenfalls zu erhöhen. Ein weiterer guter Grund für Co-Investments zwischen den beiden Parteien ist die Kombination aus Branchenkenntnis, Deal-Expertise, Manpower, Netzwerk und den strategischen Kontakten. Für Private-Equity-Fonds sind vor allem die Industriekontakte der erfahrenen Unternehmerfamilien interessant. Family Offices sind in der Lage mit hochkarätigen Investmentmanagern zusammenzuarbeiten, die tiefe Kenntnisse der Investmentprozesse haben. Nicht zuletzt eignen sich Co-Investments hervorragend für den Einstieg in ausländische Märkte und Regionen. Während einige Single Family Offices in ihrem Heimatmarkt über die Jahre sehr stark geworden sind, stellen grenzüberschreitende Deals für sie oft neue Herausforderungen dar. Daher ist die Zusammenarbeit mit inländischen PEs eine sehr gute Möglichkeit auch in anderen Ländern aktiv zu werden.

2) Exit-Optionen: Langfristige Beziehungen aufbauen, um sinnvolle Akquisitionen vorzubereiten

Sobald Private Equity-Investoren eine ihrer Beteiligungen verkaufen wollen, rücken Single Family Offices in den Fokus. Das liegt natürlich auch daran, dass SFOs selbst in Unternehmen investieren und an einer Übernahme interessiert sein könnten. Aber der Nutzen von Single Family Offices geht weit darüber hinaus. Besonders nützlich ist der Kontakt zu alteingesessenen Industrieunternehmen und Unternehmen, die sich (teilweise) in Familienbesitz befinden. Solche Unternehmen sind ideale strategische Investoren. Solche Unternehmen müssen nicht einmal zwingend von dem jeweiligen Single Family Office kontrolliert werden. PEs und SFOs vermitteln sich gegenseitig Kontakte im Rahmen von langjährigen, vertrauensvollen Partnerschaften. Dabei geht es selten um kurzfristige finanzielle Vorteile für den Empfehlungsgeber. Vielmehr können Synergien geschaffen werden, die nur denkbar sind, weil vermögende Familien einen sehr langfristigen Horizont haben.

3) Fundraising: Diversifizierung des Portfolios von vermögenden Familien

Private-Equity-Investoren pflegen gute Kontakte zu potenziellen Investoren für ihre Fonds. Neben institutionellen Investoren sind vor allem Family Offices im Fundraising-Prozess wichtig. Private-Equity-Fonds profitieren von den großen Mitteln der vermögenden Familien, während die Family Offices mit hohen Renditen rechnen können. Einzelne Family Offices finanzieren oft mehrere Private-Equity-Fonds gleichzeitig um das Risiko zu streuen. Die Auseinandersetzung mit diesen Anlagevehikeln lohnt sich also nicht nur für große PEs, sondern auch für kleinere Unternehmen. Für Family Offices bieten externe Private Equity-Fonds die Möglichkeit, das Portfolio zu diversifizieren ohne selbst investieren bzw. eine eigene Infrastruktur schaffen zu müssen. In den meisten Fällen ist dies eine echte Win-Win-Situation.